Die mittlere Lainsitz

Dieser Teil des Flusses beginnt in der Stadt Veselí nad Lužnicí, wo die Nežárka in die Lainsitz mündet. So kommt das Wasser vom „Neuen Fluss“  wieder in die Lainsitz zurück. Der Wanderweg führt hier durch eine schöne, flache Landschaft; an beiden Uferseiten erscheinen gewellte Hügel. Bald rückt die größte Stadt dieses Gebiets, Soběslav,  die zugleich auch die bedeutendste historische Stadt ist, ins Bild.

Man kann hier den geschichtlichen Einfluss des Rožmberkové-Geschlechts bemerken. Wir kommen zugleich in die Husittenregion, wo die Wanderstrecke an der Burgruine Kozí vorbeiführt. Dort hat Mistr Jan Hus einige Jahre gepredigt.

Hinter Soběslav fließt die Lainsitz durch dicht besiedeltes Gebiet mit einer Reihe von Industrieanlagen; deshalb macht die markierte Strecke einen Umweg  vom Fluss weg und über den Berg Choustník (670 m), dessen Gipfel die ausgedehnte Ruine der mittelalterlichen Burg Choustník trägt. Der Burgturm dient heute als sehenswerter Aussichtsturm, von dem aus man bei guten Sichtverhältnissen bis zu den Grenzgebirgen und nach Norden bis zum mitteltschechischen Hügelland sehen kann. Dieses Hügelland hat in der Urzeit dem Fluss gehindert, nach Norden zu fließen. Landschaftsbedingt wurde der Fluss nach Südwesten umgewendet und war gezwungen, das tiefe, felsige Tal durchzustoßen (die Untere Lainsitz).

Vom Choustník kehrt die Trasse in der Nähe von der Burgruine Kozí zur Lainsitz in die Stadt Sezimovo Ústí zurück. Diese Stadt hat eine lange Geschichte, da sie eine Siedlungsstadt des alten Geschlechts der Vítkovci war. Von einem Zweig dieses Geschlechtes stammen die Rožmberkové mit dem Wappen einer fünfblättrigen Rose auf dem weißen Grund ab.

Sezimovo Ústí ist heute mit der Stadt Tábor zusammengewachsen. An der Grenze der beiden Städte endet der Teil „Mittlere Lainsitz“.

Die Trasse führt in diesem Teil der mittleren Lainsitz außer an den bereits erwähnten Städten an einer ganzen Anzahl von Sehenswürdigkeiten vorbei, die dem Wanderer die Geschichte und den Charakter der hiesigen Region erschließen. Intensiver kann man  Geschichte im Museum der Stadt Soběslav kennenlernen.

Im Gegensatz zum Teil der Oberen Lainsitz gibt es hier mehr Industrie. Die Industrie hat jedoch keine erheblich negativen Auswirkungen auf die hiesige saubere Umwelt. Sehr interessant ist der Maschinenbaubetrieb in Sezimovo Ústí (Sezimovo Ústí II.), den in den 1930er Jahren der weltberühmte tschechische Unternehmer Tomáš Baťa hat aufbauen lassen, um hier die Anlagen zur Schuhherstellung und andere technische Anlagen für sein Welt-Schuh-Imperium zu entwickeln. 

Etappen in diesem Abschnitt