Die untere Lainsitz

Dieser Abschnitt beginnt mit der völlig der Stadt  Tábor gewidmeten Etappe. Tabor ist entlang der gesamten Route am reichsten an Sehenswürdigkeiten. Die Stadt liegt am hohen rechten Ufer des Flusses Lainsitz zwischen dem Fluss und einem tiefen Tal, das durch einen hohen mittelalterlichen Damm eingedämmt ist, der den Talstausee Jordán bildet (das älteste ähnliche Talwasserbauwerk in Mitteleuropa).

Unterhalb Tábor mündet die Lainsitz in ein tiefes Tal, in dem sie mit Ausnahme einiger niedrig gelegener Uferteile mehr als 30 Kilometer bis nach Koloděje weiterflieβt. Erst knapp vor Koloděje öffnet sich das Tal ein bisschen. Dieses tiefe Tal ist sehr romantisch. An beiden Ufern gibt es viele kühn geformte Felsen. Der Weg führt an pittoresken Felsen vorbei;  bei ihrem Anblick kann  der Tourist seine Phantasie spielen lassen. Den Fluss entlang liegen hier eine Reihe alter Mühlen und mehr oder weniger gut erhaltene Wehre. Hier findet man nicht nur die älteste Kettenbrücke  Tschechiens, sondern auch viele mehr als 80 Jahre alte Objekte, die von unseren Vorfahren errichtet wurden: der exponierte Weg wird durch trockengebaute Mauern abgestützt, es gibt hier Brücken und auch eine Hängebrücke und einen Tunnel für  Wanderer.

So flieβt die Lainsitz nach Bechyně, einer der schönsten historischen Städte Tschechiens. Zwischen Tábor und Bechyně liegen die zwei Burgruinen Příběnice und Dobronice hoch über der Lainsitz. In Bechyně ragen direkt über dem Fluss das mittelalterliche Kloster und das auf einem Felsenausläufer stehende Renaissanceschloss, eine ursprüngliche Burg, auf.

Die ganze Stadt liegt auf einem Felskamm, der auf einer Seite von der Lainsitz und auf der anderen Seite vom Flüsschen Smutná umflossen wird.

Die Stadt hat eine fast komplett erhaltene mittelalterliche Befestigung. Für Bechyně wird im Reiseführer keine spezielle Etappe vorgesehen, aber falls Sie die Stadt kennenlernen und alle interessanten Objekte besuchen wollen, ist es besser, sich auch für diese Stadt einen ganzen Tag vorzubehalten.

Hinter Bechyně flieβt der Fluss weiter durch ein tiefes Tal, unterwegs gibt es um die Felsen weitere Kaskaden. Danach mündet durch eine Felsenklamm ein Bach in die Lainsitz ein, die „Židova strouha“  (Judenrinne).

Am Fluss liegt weiter die Gemeinde Koloděje (ein Teil der Stadt Týn nad Vltavou)  mit einem Schloss. Zur Mündung bleiben nur noch 5 km. Das Tal öffnet sich allmählich, am linken Ufer grüβt uns der letzte hohe Felsen, passend  „Überraschung“ genannt. Dann ist es nicht mehr weit zum Denkmal, das an der Einmündung der Lainsitz in die Moldau steht.

Im ersten Teil dieses Abschnittes, besonders im Sommer, tummeln sich besonders zwischen Tábor und Bechyně viele Wassersportler auf dem Fluss. Bechyně liegt nämlich sehr verkehrsgünstig und die meisten Wassersportler beenden hier ihre Fahrt aus Suchdol nad Lužnicí.

In Koloděje beginnt sich schon der Rückstau des Stausees Orlík auszuwirken. Der nächste Platz mit guter Verkehrsanbindung ist eine weitere historische Stadt,  Týn nad Vltavou am Zusammenfluss von Lainsitz und Moldau. 

Etappen in diesem Abschnitt

Etappe IV/1: Tábor

Die Stadt mit ca. 36.000 Einwohnern, ist das ökonomische, Kultur- und Verwaltungszentrum der Region Táborsko. Der historische Stadtkern erstreckt sich zwischen dem Fluss Lužnice und dem mittelalterlichen Teich Jordán. Die ursprüngliche Siedlung wurde von Vítek von Klokoty vor dem Jahr 1232 gegründet. Stadt und Burg hat  König Premysl Otakar II.  1270 gegründet und hat sie Hradiště genannt.  1277 wurde die Stadt vom  Adelsgeschlecht Vítkovci niedergebrannt. Wahrscheinlich im 14. Jahrhundert haben die Sezimové von Ústí eine Burg, später Kotnov genannt, gegründet. Im Jahr 1420 haben hier Hussiten eine Stadt ausgebaut, die sie dann nach dem biblischen Berg Tábor benannten. Die Stadt wurde von den Einwohnern aus dem ausgebrannten Sezimovo Ústí besiedelt. Im Jahr 1437 wurde Tábor endlich zur Königsstadt erhoben. Die Altstadt hat Hussiten-Festung-Charakter (enge, winklige Gassen mit abgerundeten Hausecken, Höfe und Keller). Der historische Stadtkern (17,4 ha) wurde im Jahr 1961 zum Denkmalschutzgebiet erklärt. Die KČT-Ortsgruppe wurde hier bereits im Jahr 1893 gegründet.

In Tábor gibt es so viele Sehenswürdigkeiten, dass es sich lohnt hier den ganzen Tag zu verbringen. Wir empfehlen zudem Infozentrum zu starten, wo sie alle nötige Info und Karte bekommen.

Infozentrum: Žižkovo nám. 2, tel.: 381 486 230-4, www.taborcz.eu. Öffnungszeit: V.–IX. Mo - Fr 8.30–19 Uhr, Sa und So 10–16 Uhr.; X.–IV. Mo - Fr 9–16 Uhr.

Etappe IV/2: Tábor – Dobronice

Die Etappe von Tábor nach Dobronice gehört zu der ältesten auf der Route. Bereits am Ende des 19. Jh. wurde hier ein Wanderweg erbaut. Durch das tiefe Tal der Lainsitz verläuft die Etappe auf naturnahen Wegen. In den Wäldern ist eine vielfaltige Fauna und Flora vertreten und am Weg findet man romantische Felsen und zahlreiche Wehre entlang der Lainsitz. Die Strecke ist 20 km lang.

Etappe IV/3: Dobronice – Bechyně

Die 10,5 km lange Etappe führt hier überwiegend durch das tiefe Tal der Lainsitz. Den Fluss säumen beidseits wunderschöne Wälder und unterwegs können wir  mehrere pittoreske Felsengebilde an beiden Uferseiten und auch in der Mitte des Flusses betrachten. Zielort ist Bechyně, wo man als erstes eine hohe Stahlbetonbrücke erblickt. Wir steigen hier den felsigen Ausläufer zwischen Lainsitz und dem Flüsschen Smutná hinauf, auf dem die Stadt angesiedelt ist.